Konsumgüter & Handel

Erfahrung

Deutschland ist mit Abstand der größte Konsumgütermarkt Europas. Allein der Einzelhandel verzeichnet jährlich einen Umsatz von über 470 Milliarden Euro und stellt mit seinen rund 400.000 Unternehmen einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige des Landes dar. Auch wenn es der Branche unter dem Strich gut geht, so stellen die Herausforderungen der globalen und digitalen Welt viele Unternehmen vor große Probleme. Wachsender Preisdruck, die Macht der „Internet-Riesen“, schwankende Markentreue, neue Vertriebskanäle – nur wer stark und bereit ist, sich immer schneller zu bewegen, profitiert von der Entwicklung. Wer nicht mithalten kann, gerät angesichts sinkender Margen in finanzielle Schwierigkeiten.

Handeln für den Handel

Eine breit gefächerte Branche bedarf eines entsprechend großen Know-hows, wenn es um Insolvenz und Restrukturierung geht. Keine andere Wirtschaftskanzlei ist auf diesem Sektor national und international so gut aufgestellt wie White & Case. Ob Möbelproduzent, Kaufhauskonzern, Heimtextilhändler, Lebensmittelproduzent, Händler für Haushaltsgeräte oder Unterhaltungselektronik: Wir haben das juristische, betriebswirtschaftliche und unternehmerische Wissen, um selbst große Unternehmen mit Hunderten von Mitarbeitern optimal im Rahmen des Insolvenzverfahrens zu begleiten.

Grenzenlos aktiv

Im Zuge der Globalisierung sind viele Handels- und Konsumgüterunternehmen international tätig, nationales Know-how allein reicht da nicht aus. Für grenzüberschreitende Insolvenzverfahren sind wir aufgrund der Integration in den internationalen White & Case-Verbund bestens gerüstet. Weltweit sind wir in 29 Ländern mit renommierten Insolvenzrechtlern präsent, die bewährt in internationalen Teams zusammenarbeiten. Zudem haben wir für international ausgerichtete Insolvenzen in Deutschland das Kompetenzzentrum „Europäische Insolvenzverordnung“ eingerichtet. Hier werden aktuelle Entwicklungen in Rechtsprechung und Wissenschaft ausgewertet, aufbereitet und dem Team vermittelt. Von den zahlreichen regionalen und grenzüberschreitenden Insolvenzverfahren seien hier aus der jahrzentelangen, internationalen Praxis von White & Case vier Beispiele besonders hervorgehoben.

De Mäkelbörger

Die Großbäckerei in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin war Anfang 2015 nahezu zahlungsunfähig. 1.300 Arbeitsplätze in 180 Backfilialen waren in Gefahr. Der im April vom Amtsgericht bestellte vorläufige Sachwalter von White & Case entschied sich im Einvernehmen mit der Geschäftsführung zunächst für ein geregeltes Restrukturierungs- und Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Anfang Juli bot sich die Chance einer Übernahme durch die Unternehmensgruppe „Lila Bäcker“. Unter Aufsicht unseres Sachwalters wurde das Schutzschirmverfahren deshalb aufgehoben, ein formales Insolvenzverfahren eröffnet und die Übernahme erfolgreich durchgeführt. Im gesamten Zeitraum konnten das Geschäft weitergeführt und sämtliche Arbeitsplätze erhalten bleiben.

EUROBIKE AG

Die EUROBIKE AG und ihre Hein-Gericke-Tochtergesellschaften – weltweit führende Anbieter von Motorradbekleidung und -zubehör – mussten unter der Last von 200 Millionen Euro Gesamtverbindlichkeiten den Insolvenzantrag stellen. Da es sich bei EUROBIKE um ein international operierendes Unternehmen handelte, waren eine Fülle grenzüberschreitender Maßnahmen zu seiner Rettung notwendig. Im international besetzten Team von White & Case ist es unserem Insolvenzverwalter gelungen, den gesamten Konzern mit Hilfe eines US-Investors zu sanieren.

Schieder Möbel Holding

Das Insolvenzverfahren gegen Europas größten Möbelhersteller gilt als eines der größten der Insolvenzgeschichte. Zudem bestanden höchst komplexe Unternehmensstrukturen, die eine umfangreiche Zusammenarbeit der internationalen White & Case-Praxisgruppe Restrukturierung und Insolvenz erforderte. Die Unternehmensgruppe beschäftigte mehr als 11.000 Mitarbeiter an 41 Standorten in Europa und Asien. In den sich anschließenden Insolvenzverfahren bei über 60 Tochtergesellschaften sind nicht weniger als sieben Partner von White & Case als Insolvenzverwalter bestellt worden. Die Verfahren werden standortübergreifend gemeinsam bearbeitet werden, so dass optimale Ergebnisse für die Gläubiger erzielt werden.

German Pellets

Die 2005 gegründete Firmengruppe – Produzent und Händler von Holzpellets und Tierstreu – beschäftigte rund 600 Mitarbeiter. Zum weitverzweigten Firmennetz zählten mehr als 20 Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, Belgien und den USA. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfolgte im Mai 2016. Kurz darauf wurden die operativ tätigen Gesellschaften im Wege der übertragenden Sanierung an verschiedene Investoren veräußert. Bereits im Juni 2016 wurde unter Mitwirkung der White & Case-Insolvenzverwalterin ein Kraftwerk in Belgien verkauft. Ebenfalls unter Mitwirkung von White & Case wurden die Pelletprojekte in den USA weitergeführt. Gemeinsam mit Rechtsanwälten der US-Anleger, die ca. 550 Mio. US-Dollar in die dortigen Unternehmen investiert hatten, wurden nachhaltige Restrukturierungs- und Fortführungslösungen im Sinne einer bestmöglichen internationalen Gläubigerbefriedigung erarbeitet.

Ausgewählte Verfahren